|
Liebe Leserinnen und Leser,
Bildung, Sprache, soziale Gemeinschaft, individuelle Freiheiten und Werte - welchen Einfluss hat die Reformation auf unsere heutige Gesellschaft? Seit Martin Luther am 31. Oktober 1517 die 95 Thesen veröffentlichte, hat die Reformation Sprache und Bildung, Kultur und Wirtschaft, Gesellschaft und Politik in Deutschland und der ganzen Welt beeinflusst. Luthers Wirken steht seitdem für den Aufbruch in eine neue Freiheit jedes Menschen. Der Thesenanschlag war zugleich der Auftakt einer Medienrevolution. Was als einzelner öffentlicher Aushang begann, wurde zur Flugblattwelle, zum Bücherboom und zur Bilderflut. Doch auch heute ereignen sich wieder große mediale Umbrüche und die Frage, wie man das Wort unters Volk bringt, ist so aktuell wie eh und je. So bietet das Themenjahr 2015 „Reformation – Bild und Bibel“ auch reichlich Anlass, neue Bilder zu prüfen und die alten Worte immer wieder neu zu erzählen. Wer die Menschen erreichen will, spricht von 360 Grad-Kommunikation und seiner Crossmedia-Strategie.
In diesen atemlosen Zeiten möchten wir Ihnen zum Ende des Jahres mit diesem Newsletter die Gelegenheit bieten, innezuhalten und sich zu vergewissern, was passiert ist und was kommen wird.
Die Staatliche Geschäftsstelle „Luther 2017“ wünscht Ihnen und Ihrer Familie ein schönes und besinnliches Weihnachtsfest!
Was war los?
Eröffnung des Themenjahres „Reformation - Bild und Bibel“
In Hamburg wurde am vergangenen Reformationstag das achte Themenjahr der Lutherdekade, „Reformation - Bibel und Bild“, eröffnet. Im Vordergrund stand die Frage nach dem Umgang der Menschen in Zeiten von medialen Paradigmenwechseln. Für den Journalist und Buchautor Dominik Wichmann stellen das Internet und die damit verbundenen Medien einen solchen Paradigmenwechsel dar, der vergleichbar ist mit der Erfindung des Buchdruckes vor mehr als 500 Jahren. Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Monika Grütters, wünschte sich deshalb, dass mit dem Themenjahr eine breite gesellschaftliche Debatte über den verantwortungsbewussten Umgang mit digitalen Medien angestoßen werde. Neben den Aspekten der Medienrevolution liegt ein weiterer Schwerpunkt des Themenjahres auf den Werken der Cranach-Werkstatt. Kein Künstler hat unser Bild der Reformation so geprägt, wie die Malerfamilie Cranach. Anlässlich des 500. Geburtstages von Lucas Cranach dem Jüngeren finden bundesweit Ausstellungen statt, u. a. in Lutherstadt Wittenberg, Eisenach und Coburg.
Jour Fixe mit Luther
Mit großen Schritten geht es auf das Reformationsjubiläum 2017 zu. Doch wo stehen, sechs Jahre nach Beginn der Lutherdekade, die Vorbereitungen für das große Jubiläum? Um Aufschluss darüber zu geben, hat die Staatliche Geschäftsstelle „Luther 2017“ zum zweiten „Jour Fixe mit Luther“ nach Berlin eingeladen. Die Tagung präsentierte die staatlich-weltlichen Aktivitäten im Rahmen der Lutherdekade und gab einen Ausblick auf die kommenden Jahre bis zum Reformationsjubiläum. Zusammen mit Vertretern aus Politik und Gesellschaft wurden aktuelle Fragen im Umgang mit Luther und dem Reformationsjubiläum erläutert. Für Margot Käßmann, Botschafterin des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für das Reformationsjubiläum 2017, stellt Luther eine Symbolfigur dar, an der sich die Menschen reiben: „Ein Jubiläum ist furchtbar langweilig, wenn es nicht auch eine Auseinandersetzung gibt“. Vielmehr spiegle das aktuelle Ringen um die Einordnung der Reformation auch die Bedeutung wider, die das Ereignis nach 500 Jahren noch habe. Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, bescheinigte dem Reformator mit Blick auf dessen „Judenschriften“ einen widersprüchlichen Charakter. Er erwartet deshalb zum Reformationsjubiläum eine Auseinandersetzung um die unterschiedlichen Deutungsgeschichten: "Wer über Erinnerung redet, der redet zu allererst über seine Gegenwart."
Film: Auf dem Weg zum Reformationsjubiläum
Gerade junge Menschen suchen, mit Blick auf die laufenden Vorbereitungen des Reformationsjubiläums, nach der Bedeutung, die Martin Luther und die Reformation für sie in unserer heutigen Zeit noch haben könnte: „Was hat das mit mir zu tun?“ Dieser Frage ging die Staatliche Geschäftsstelle „Luther2017“ nach. Gemeinsam mit der Filmproduktion „filmgarnitur arge“ entwickelten die Mitarbeiter der Staatlichen Geschäftsstelle den 13-minütigen Film „Auf dem Weg zum Reformationsjubiläum“, der den Einfluss der Reformation auf unsere heutige Gesellschaft beleuchtet. Der Film, bestehend aus einer Einführung in das Thema Reformation und einem kurzen Einblick in die Aktivitäten rund um die Lutherdekade und das Reformationsjubiläum 2017, kann bei der Staatlichen Geschäftsstelle „Luther 2017“ ausgeliehen werden und ist auch im Youtube-channel „Luther 2017“ zu sehen (Film ansehen).
Veranstaltungstipps für 2015
In der malerischen Renaissancestadt Torgau wird am 15. Mai die erste von vier Nationalen Sonderausstellungen eröffnet. „Luther und die Fürsten“ stellt einen Beitrag zum 500-jährigen Reformationsjubiläum 2017 dar. Die Ausstellung beleuchtet die Beeinflussung von Politik und Reformation und öffnet ein Fenster in die Epoche der Konfessionalisierung. Mit über 200 Kunstwerken spannt die Ausstellung den inhaltlichen Bogen von Kursachsen, wo die lutherischen Lehren ihren Ursprung hatten, über die reformierte Kurpfalz und das gegenreformatorische Bayern zu der durch die Reformatoren in Frage gestellten Herrschaftsvorstellung des Kaisers.
Das Jahr 2015 bietet bundesweit eine Reihe von Veranstaltungen, die sich ausführlich der Malerfamilie Cranach widmen. Mit der Landesausstellung „Cranach der Jüngere“ feiert Sachsen-Anhalt vom 26. Juni bis 1. November den 500. Geburtstag des Künstlers. Es ist die weltweit erste Ausstellung, die sich dem Leben und Wirken des Meisters widmet. An originalen Schauplätzen – in der Lutherstadt Wittenberg, in Dessau und Wörlitz – präsentieren die Ausstellungsmacher die wichtigsten und wertvollsten Kunstwerke der deutschen Renaissance in einer Exposition. In Thüringen wird das Themenjahr unter das Motto „Bild und Botschaft“ gestellt. In drei Ausstellungen in Gotha, Eisenach und Weimar werden die großartigen Werke der Cranachfamilie in den Mittelpunkt gerückt.
Vom 3.-7. Juni findet in Stuttgart der 35. Deutsche Evangelische Kirchentag statt. Unter dem Leitspruch „damit wir klug werden“ erwartet die Besucher ein buntes und vielschichtiges Programm. Als eine Gemeinschaftsarbeit des Deutschen Evangelischen Kirchentages, des Reformationsjubiläum 2017 e.V., der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und der Staatlichen Geschäftsstelle „Luther 2017“ wird das sogenannte „Forum Reformation“ vor Ort vertreten sein. Dieses Forum gibt den Besuchern die Möglichkeit, die Orte der Reformation zu entdecken, aber auch die touristischen und kulturellen Angebote zum Reformationsjubiläum und die damit verbundenen Akteure besser kennen zu lernen.
Newsticker „Vor und hinter den Kulissen“
+++ Kulturstaatsministerin Monika Grütters fördert im Rahmen der Lutherdekade 21 neue Projekte mit weiteren 7,6 Mio. Euro – damit werden bis 2017 insgesamt 42 Millionen Euro aus dem Etat der Kulturstaatsministerin zur Verfügung gestellt. +++ In Kooperation mit der Stiftung Lesen startet im Februar der Schülerwettbewerb zum Thema "Reformation – Sprache – Medien". +++ Die Staatliche Geschäftsstelle "Luther 2017" nimmt vom 4.-8. März 2015 erstmals mit einem eigenen Auftritt am Stand der Deutschen Zentrale für Tourismus an der Internationalen Tourismusbörse in Berlin (ITB) teil. +++ Themenjahreseröffnung 2016 in Straßburg: Die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren und die Teilnehmer stimmen sich schon in Gesprächen ab. +++ Die Lutherstadt Wittenberg ist für das Reformationsjubiläum 2017 als zentraler Veranstaltungsort gewählt worden. +++
Und außerdem…
…gibt es „Luther 2017“ jetzt auch bei twitter. Folgen Sie uns doch auf Luther2017_de um die aktuellsten Informationen rund um die Lutherdekade und die Organisation des Reformationsjubiläums zu erhalten. Wir freuen uns auf Sie.
|