Newsletter Lutherdekade Nr. 15  
 

Das siebte Themenjahr der Lutherdekade stellt die Verbindung von Reformation und Politik heraus. Schließlich hat die Reformation von Beginn an politisch gewirkt und die politisch Mächtigen haben den Verlauf der Reformation beeinflusst. Im Themenjahr "Reformation und Politik“ wird dies durch zahlreiche Veranstaltungen verdeutlicht. Auch in diesem Newsletter erhalten Sie den Überblick über die im aktuellen Themenjahr der Lutherdekade laufenden und anstehenden Veranstaltungen.

Deutsche Geschichte ist kein unbelastetes Thema, das Verhältnis von Staat und Kirche macht hier keine Ausnahme. Die hochkarätig besetzte Tagung "Staat in Deutschland und Evangelische Kirche“ in der Nürnberger Akademie setzte sich im Rahmen der Lutherdekade vom 26. bis 27. Juni 2014 mit diesem Thema auseinander. Die Tagung – eine Kooperation des Kulturreferats der Stadt Nürnberg, des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst und der Staatlichen Geschäftsstelle „Luther 2017“ – wurde dabei von gleich zwei Kultusministern eröffnet: dem bayerischen Amtsinhaber Dr. Ludwig Spaenle und seinem Kollegen aus Sachsen-Anhalt, Stephan Dorgerloh. Dabei wurden, neben der historischen Betrachtung des Einflusses der Reformation und der evangelischen Kirchen auf die Politik in Deutschland von der Renaissance bis heute, insgesamt die Fragen aufgeworfen: "Wie viel Staat braucht die Kirche?“, "Wie viel Kirche braucht der Staat?“.

"Mit Christus Brücken bauen“ – so lautete das diesjährige Motto des Deutschen Katholikentages vom 28. Mai bis 1. Juni 2014 in Regensburg. Im Zelt der "Ökumene in der Mitte“, eine Zusammenarbeit zwischen katholischen Bistümern und evangelischen Landeskirchen Mitteldeutschlands, war auch die Staatliche Geschäftsstelle „Luther2017“ mit einem Stand vertreten. Es kam zu vielen Gesprächen – u. a. mit dem Ministerpräsidenten Sachsen-Anhalts, Dr. Reiner Haseloff – rund um die Reformation und ihre Auswirkungen nicht nur auf die Kirchen, sondern auch auf das ganz persönliche Leben. Die Teilnahme der Geschäftsstelle diente dabei gleichzeitig als "Generalprobe“ für den Katholikentag im Jahr 2016 in Leipzig. Fazit: "Brücken bauen“ lohnt sich, wenn man gemeinsam ein spannendes, buntes und anregendes Jubiläumsjahr 2017 begehen möchte.

Während des 3. Lutherschulen-Treffens vom 29. Juni bis 2. Juli 2014 im sächsischen Landesgymnasium St. Afra in Meißen näherten sich 60 Schüler aus fünf Bundesländern unter dem Motto "Sagen will ich´s, schreiben will ich´s“ der Sprache der Reformation auf unterschiedliche Art und Weise. Neben ganz praktischen Ansätzen in der Schreib- und Druckwerkstatt, befassten sich die Jugendlichen auch mit Disputationen, Predigten, Musik und Schauspiel als unterschiedlichen Formen des Ausdrucks. Zum Abschluss präsentierten die Schüler stolz ihre Workshop-Ergebnisse nicht nur den anderen Teilnehmern des Treffens, sondern auch geladenen Gästen, zu denen unter anderen die sächsische Kultusministerin Brunhild Kurth und der Landesbischof Jochen Bohl gehörten.

Kennen Sie schon die LUTHERBASE?  Unter dem Motto "Hier sehe ich, ich kann nicht anders!“ ist die Crossmedia-Plattform LUTHERBASE im Web und als kostenfreie App seit Anfang Juli 2014 online. Wer Interesse an digitalem Sightseeing durch die Stätten der Reformation hat, der ist hier genau richtig: www.lutherbase.de.

Veranstaltungstipps

Der letzte Administrator des Erzstifts Magdeburg war August von Sachsen, eine der schillerndsten Persönlichkeiten der Landesgeschichte. Augusts 400. Geburtstag nimmt die Stiftung Moritzburg Halle (Saale) zum Anlass, der Regierung und Hofhaltung dieses evangelischen Erzbischofs und Reichfürsten ab dem 14. August 2014 die Ausstellung Im Land der Palme: August von Sachsen (1614-1680) - der letzte Administrator des Erzstifts Magdeburg  zu widmen. Seine Biografie verbindet Krieg und Frieden, Glaubensstreit und Machtstreben, Reformation und Frühaufklärung. Der Erzbischof war als Primas von Germanien einer der höchsten Fürsten im Reich, sein Herrschaftsgebiet im Kern des heutigen Sachsen-Anhalt. Mit der Reformation entbrannte ein Streit um dieses Amt, der erst nach dem Dreißigjährigen Krieg sein Ende mit der Auflösung des Erzstifts Magdeburg fand.

Im ostthüringischen Altenburg, dem letzten Wohnort Georg Spalatins (1484-1546), wurden am 18. Mai 2014 zwei große Ausstellungen eröffnet, die sich dem aus Franken stammenden Theologen und Lutherfreund widmen. Spalatin war ein enger Berater Friedrichs des Weisen und sorgte dafür, dass Luther den Rückhalt des mächtigen sächsischen Kurfürsten nicht verlor. Die im Altenburger Residenzschloss zu sehende Ausstellung Georg Spalatin – Steuermann der Reformation ist ebenso ein Besuch wert, wie die nur wenig entfernte Stadtkirche St. Bartholomäi; dort hat man das Motto Georg Spalatin: Freiheit und Glauben gewählt und ist zu einer ganz besonderen Empfehlung für Familien und Kinder geworden. Beide Kulturangebote freuen sich noch bis zum 2. November 2014 auf viele Gäste und überzeugen durch einzigartige kunsthandwerkliche Kostbarkeiten ebenso wie durch Alltagsgegenstände, die allesamt einen Einblick in die noch unbekannte Welt des Reformators verschaffen.

Die wechselhafte preußisch-sächsische Geschichte ist Thema einer Schau, die seit dem 7. Juni 2014 auf Schloss Doberlug zu sehen ist. Das südbrandenburgische Doberlug-Kirchhain fiel nach dem Wiener Kongress, der vor genau 200 Jahren begann, von Sachsen an Preußen. In der Schau unter dem Titel Preußen und Sachsen. Szenen einer Nachbarschaft ... Wo Preußen Sachsen küsst lassen herausragende Kunstwerke, einmalige Geschichtszeugnisse und mediale Anwendungen Szenen einer bemerkenswerten Nachbarschaft lebendig werden. Wer Interesse hat, kann die Schau noch bis zum 2. November 2014 besuchen.

Deutschland wird von einem Netz traditioneller Wanderpfade durchzogen. Der Lutherweg stellt in diesem Geflecht eine Besonderheit dar, weil er zusätzlich eine spirituelle Dimension eröffnet. Am 4. Juni 2014 wuchs das Streckennetz des Lutherweges um weitere Kilometer. Landesbischof Jochen Bohl eröffnete mit einer Andacht auf Burg Gnandstein einen Teil des Lutherweges in Sachsen und begab sich, begleitet von Prominenz aus Politik und Kirche, auf eben jenen Weg. Grußworte kamen u. a. von Stefan Zowislo, dem Geschäftsführer der Staatlichen Geschäftsstelle „Luther 2017“.

Weitere Veranstaltungstipps können Sie unserem Veranstaltungskalender entnehmen. Sollten Sie eigene Veranstaltungen zur Lutherdekade durchführen wollen, können Sie Ihre Termine jederzeit und eigenständig dort eintragen und sie so für jedermann sichtbar machen. Wir freuen uns auf Sie!

Newsticker "Vor und hinter den Kulissen“

+++ Sitzung der AG Schule & Bildung am 8. Juli in Erfurt erarbeitete Themenvorschläge für einen bundesweiten Schülerwettbewerb und beschloss für das 4. Lutherschulen-Treffen 2016 das Jahresthema "Reformation und die Eine Welt“ +++ Lenkungsausschuss für die Vorbereitung des Reformationsjubiläums 2017 tagte in Mühlberg / Elbe; am Rande enthüllten die Kultusminister der Länder Brandenburg und Sachsen-Anhalt, Sabine Kunst und Stephan Dorgerloh, das erste Reformationstor, welches die regionale Reformationsgeschichte erzählen soll +++ Katharina-von-Bora-Preis 2014 wurde im Rahmen des diesjährigen Katharina-Tages in Torgau an die Berlinerin Bosiljka Schedlich, Gründerin des Vereins Südost Europa Kultur e. V., verliehen; Podiumsdiskussion unter Moderation von Stefan Zowislo, Geschäftsführer der Staatlichen Geschäftsstelle „Luther 2017“, beleuchtete das Thema "Dienerin oder Macherin? Frauen der Reformation und heute" +++ Vorbereitungen für die Eröffnung des Themenjahres 2015 der Lutherdekade "Reformation – Bild und Bibel“ am 31. Oktober 2014 in Hamburg laufen +++ "Forum Reformation“ auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag 2016 in Stuttgart rückt mehr und mehr in den Blickpunkt +++ Für die Staatliche Geschäftsstelle „Luther 2017“ ist Markus Scherer derzeit in Sachen AG Marketing und Tourismus unterwegs +++ Symposium im Deutschen Historischen Museum befasst sich am 23. Oktober 2014 mit der Frage: "Wem gehört Luther?“ +++

Und außerdem…

… kennen Sie schon die Luther 2017-Kolumne des Deutschen Kulturrates? Zu finden sind dort Beiträge u. a. von Ellen Ueberschär, Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentages, Wolfgang Thierse, Bundestagspräsident a. D. und Stefan Zowislo, Geschäftsführer der Staatlichen Geschäftsstelle „Luther 2017“.

Kontakt

Markus Scherer
Projektmanager
Staatliche Geschäftsstelle „Luther 2017"
Collegienstraße 62c
06886 Lutherstadt Wittenberg
Tel. +49 3491 466 - 213
Fax +49 3491 466 - 281
markus.scherer@luther2017.de

 
  IN DIESEM NEWSLETTER  
 

Tagung "Staat in Deutschland und evangelische Kirche" - Die Politisierung der Reformation

Mehr als 100 Fachleute diskutierten auf Einladung der Staatlichen Geschäftsstelle „Luther 2017", Bayerns Kultusministerium und des örtlichen Kulturreferats in Nürnberg über das Verhältnis von Staat und Kirche. [ MEHR ]

Käßmann wirbt beim Katholikentag für gemeinsames Pilgern im Reformationsjahr 2017

Bei aller Differenz verbinde evangelische und katholische Kirche mehr als sie trenne, betonte die evangelische Reformationsbotschafterin Margot Käßmann und plädierte dafür, das Reformationsjubiläum gemeinsam zu feiern. [ MEHR ]

Das Wort auf Pergament, Papier und Bühne - Thema Sprache auf dem 3. Lutherschulen-Treffen

Unter dem Motto "Sagen will ich’s, schreiben will ich’s“ näherten sich 60 Schülerinnen und Schüler aus fünf Bundesländern dem Thema "Die Sprache der Reformation“. [ MEHR ]

LUTHERBASE – Digitales Sightseeing durch die Stätten der Reformation

Hier wird Luthers Geschichte lebendig: 17 ausgewählte Stätten der Reformation sind auf der Crossmedia-Plattform LUTHERBASE virtuell und audiovisuell zu entdecken. [ MEHR ]

"Genialer Kopf und großer Geist": Ausstellung über Lutherfreund Spalatin

Leben und Wirken von Luthers Freund und Strategen Georg Spalatin veranschaulicht eine Ausstellung, die vom 18. Mai an in Altenburg gezeigt wird. Ein Gespräch mit dem Kurator, Hans Joachim Kessler. [ MEHR ]

Sachsen eröffnet Lutherweg: 250 Kilometer Reformationsgeschichte

Wanderer können in Sachsen künftig auf dem Lutherweg den Wirkungsstätten der Reformation nachspüren. Am Fuße der Burg Gnandstein (Landkreis Meißen) wurde bei strahlendem Sonnenschein die erste Teilstrecke eröffnet. [ MEHR ]

Den Torgauer Katharina-Preis 2014 erhält die Berlinerin Bosiljka Schedlich

Der mit 3.000 Euro dotierte Preis würdigt das langjähriges Wirken der gebürtigen Kroatin zur Linderung von Kriegsfolgen und ihre Verdienste um ein respektvolles Miteinander. [ MEHR ]

Kolumne

Seit Beginn der Lutherdekade 2008 veröffentlicht der Deutsche Kulturrat in seiner Zeitung "Politik & Kultur" regelmäßig eine Kolumne zum Reformationsjubiläum 2017. Bekannte Persönlichkeiten aus Politik, Kirchen und Gesellschaft nehmen dabei unterschiedliche Facetten der bevorstehenden 500-Jahrfeier von Luthers Thesenanschlag in den Blick. [ MEHR ]
 

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