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„Bibel, Sprache, Wahrhaftigkeit“: Luthers Einfluss auf Goethe

Schloss Jägerhof in Düsseldorf, Sitz des Goethe-Museums. (Bild: Wikimedia Commons/<a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Wiegels">Jörg Wiegels</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/legalcode">CC BY-SA 3.0</a>)

Unter dem Titel „Bibel, Sprache, Wahrhaftigkeit“ zeigt das Goethe-Museum in Düsseldorf vom 12. März bis zum 14. Mai 2017 eine Ausstellung, die sich mit dem Einfluss Martin Luthers auf Johann Wolfgang von Goethe befasst. Der Charakter, das Lebenswerk und insbesondere die Bibelübersetzung des Reformators hätten den Protestanten und Dichter Goethe lebenslang begleitet, erklärte das Museum. Die Ausstellung aus Beständen der Sammlung Anton und Katharina Kippenberg zeige zum 500. Reformationsjubiläum die vielfältige Bedeutung Luthers für das Denken und die theologisch-literarische Auseinandersetzung Goethes im eigenen Werk.

„Wir wissen gar nicht, was wir Luthern und der Reformation im Allgemeinen Alles zu danken haben“, lautete die Überzeugung Goethes, der das 300. Reformationsjubiläum im Jahre 1817 in Thüringen selbst erlebt hatte, wie es in der Ankündigung hieß. Der bibelfeste Jurastudent Goethe habe Luthers klaren Ausdruck, seine deftig-derbe Sprache sowie seine kämpferische Persönlichkeit geschätzt. Goethes Werk sei durchdrungen von Formulierungen und Sentenzen, die ihren Ursprung in Luthers Sprache der Bibel hätten, erklärte das Museum.

So finde sich in der Szene Auerbachs Keller in Goethes „Faust I“ die sogenannte „Lutherstrophe“, die „Walpurgisnacht“ verweise auf biblische Figuren. In Goethes Autobiografie „Dichtung und Wahrheit“ werden persönliche Erfahrungen mit der Wirkung des „Befreiers aus der geistlichen Knechtschaft“ geschildert und eingeordnet, wie es hieß. Aber auch „Götz von Berlichingen“ oder „Torquato Tasso“ wurzeln in der Zeit der beginnenden intellektuellen Selbstwahrnehmung des Menschen.

Die Begegnung Goethes mit Luther findet in der Ausstellung auf drei Ebenen statt. Sie veranschaulichen mit wertvollen originalen Handschriften eine neue Dimension des Luther-Verständnisses im 18. und 19. Jahrhundert. Unter den Exponaten sind auch eigenhändige Briefe und Manuskripte des Dichters. Dazu kommen Stammbücher, Erstausgaben und Almanache, aber auch Porträts und Landschaftsansichten. Luthers Aussagen erhalten durch Goethes geistige Durchdringung einen Vermittlungsimpuls in die Moderne.

Informationen

Autor:luther2017.de Quelle:epd/Goethe-Museum Düsseldorf Datum:13-03-17
Schlagworte:
Ausstellung, Reformationsjubiläum, Martin Luther, Johann Wolfgang von Goethe, Sprache

Info

„Bibel, Sprache, Wahrhaftigkeit“

Goethe-Museum
Jacobistraße 2
40211 Düsseldorf

Öffnungszeiten: 
12. März bis 14. Mai 2017
Dienstag – Freitag, Sonntag 11 bis 17 Uhr
Samstag 13 bis 17 Uhr

Eintritt:
4 Euro, ermäßigt 2 Euro