Osterwieck

Osterwieck - Vorreiter der Reformation

Fachwerkhäuser mit frühesten protestantischen Hausinschriften

Das Eulenspiegelhaus in OsterwieckFoto: Stadt OsterwieckDas Eulenspiegelhaus in OsterwieckBei der Einführung der Reformation hatte die alte Kaufmannssiedlung Osterwieck im nördlichen Harzvorland eine Vorreiterrolle. Bereits 1535 wurde hier ein lutherischer Prediger berufen. Mit großer Entschiedenheit bekannten sich die Stadtbewohner zu den Lehren Martin Luthers: In Osterwieck finden sich die frühesten protestantischen Hausinschriften, die an den Stockschwellen der Fachwerkbauten eingeschnitzt wurden.

Eine der ältesten protestantischen Stadtkirchen

Der Weg zum lutherischen Glauben ist damit in der bis dahin zum katholischen Bistum Halberstadt gehörenden Ortschaft so gut nachvollziehbar wie kaum in einer anderen Stadt Sachsen-Anhalts. So lässt sich hier auch eins der frühsten protestantischen Stadtkirchenbauwerke besichtigen, das Hauptschiff von St. Stephani, das zwischen 1552 und 1557 nach dem Abriss eines alten Kirchenschiffes entstand. Erst ab 1568 wandte sich das ganze Halberstädter Bistum schrittweise der kirchlichen Erneuerungsbewegung zu.

St.Stephani in OsterwieckFoto: Stadt OsterwieckSt.Stephani in Osterwieck 376 Fachwerkhäuser stehen unter Denkmalschutz

Heute ist das über 1025 Jahre alte Osterwieck vor allem durch seine vielen, gut erhaltenen Fachwerkhäuser sehenswert. 376 von ihnen stehen unter Denkmalschutz, gut die Hälfte wurde vor 1720 errichtet, und – das ist das Einmalige – mehr als ein Drittel stammt sogar aus der Zeit bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges. Das vermutlich älteste Haus wurde 1480 gebaut.