Eisenach

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Luthers "liebe Stadt"

Lutherhaus in EisenachFoto: André NestlerLutherhaus in EisenachEisenach wird bis heute von seinem berühmtesten Wahrzeichen, der über der Stadt liegenden Wartburg geprägt. Beide, die Stadt wie ihre Burg, sind wichtige Stationen in Martin Luthers Lebensgeschichte. Verwandtschaftliche Beziehungen und mehrere Aufenthalte verbinden Luther mit Eisenach. An seine Schulzeit dort erinnerte der Reformator sich später gerne und nannte Eisenach "meine liebe Stadt".

Von 1498 bis 1501 besuchte Luther als Lateinschüler die Georgenschule. Im Haus der Familie Cotta, dem heutigen Lutherhaus, fand er ein Unterkommen. Seinen Lebensunterhalt verdiente er sich als Sänger in einer sogenannten Kurrende, einem Chor, der gegen Bezahlung zu privaten Festen und Anlässen singt.

Als "Junker Jörg" auf der Wartburg

In der Georgenkirche, wo er vormals als Chorknabe gesungen hatte, predigte er 1521 auf dem Hin- und Rückweg zum Reichstag nach Worms. Danach wurde Luther, nach einem vorgetäuschten Überfall im Glasbachgrund nahe Möhra, auf die bei Eisenach gelegene Wartburg gebracht.

Luthers Wohnstube in EisenachFoto: Ulrich KneiseLuthers Wohnstube in Eisenach Der auf dem Reichstag für vogelfrei Erklärte saß auf der Burg in Schutzhaft und tauchte als Junker Jörg dort unter. Die zehn Monate auf der Wartburg wusste der Theologe gut zu nutzen: Er übersetzte das Neue Testament aus dem Griechischen erstmals komplett ins Deutsche.

Jahre später, nach den bewegten Anfangsjahren der Reformation kam Luther noch mehrmals nach Eisenach. Als er 1529 zum Marburger Religionsgespräch reiste, machte er hier wiederum Station. Und 1540 war er abermals drei Wochen zu Gast in seiner lieben Stadt, im Haus des Superintendenten Justus Menius.