Museum "Luthers Sterbehaus" in Eisleben

Museum "Luthers Sterbehaus" in Eisleben

Gedenkstätte für den Tod des Reformators in Eisleben

Das Museum "Luthers Sterbehaus" am Andreaskirchplatz in EislebenFoto: Stiftung Luthergedenkstätten S.-A. / Lutz DöringDas Museum "Luthers Sterbehaus" in Eisleben Martin Luther hatte lebenslang enge Kontakte zur Grafschaft Mansfeld und reiste mehrfach nach Eisleben. Er visitierte als Distriktsvikar das Augustiner Eremitenkloster, gründete eine Lateinschule und ermahnte aufständische Bauern. Und als sich 1546 sein Lebenskreis schloss, hielt er sich ebenfalls in seiner Geburtsstadt auf.

Am 28. Januar 1546 war der Reformator, bereits durch Krankheit geschwächt, nach Eisleben gereist, um Streitigkeiten der Mansfelder Grafen zu schlichten. Nach Vertragsunterzeichnung starb Luther dann am 18. Februar 1546 im Alter von 62 Jahren - wie neuere Forschungen belegen - in des "4. Graven Brunen Haus, welches etwan Dr. Drachstetten gewesen, oben am Markt". Dort befindet sich heute das Hotel "Graf von Mansfeld".

Chronist hatte das Haus verwechselt

In der örtlichen Tradition galt aber schon im 18. Jahrhundert ein anderes Haus als Sterbehaus. Der Chronist Eusebius Francke hatte im Jahre 1726 die Häuser von Barthel Drachstedt und dessen Vater Dr. Philipp Drachstedt verwechselt. Deshalb kaufte der preußische Fiskus 1863 das falsche Gebäude, um am Sterbeort des Reformators eine Gedenkstätte einzurichten. So erinnert die Ausstellung im Museum "Luthers Sterbehaus" an Luthers Tod in Eisleben, sie befindet sich aber nach wie vor nicht am historischen Ort.

Die Ausstellung widmet sich den letzten drei Lebenswochen Martin Luthers und der Reformation in der Grafschaft Mansfeld. Mittelpunkt sind die in den Sterbeberichten genannten Räume: Schlafkammer, Sterberaum und Verhandlungszimmer. 1894 erhielten sie eine entsprechende "historische" Ausstattung. Seit 1994 werden alle Räume des Hauses für museale Zwecke genutzt. In vier Räumen wird die Entstehung der Lutherbibel dargestellt. Das Museum Luthers Sterbehaus gehört, wie das Geburtshaus, seit 1996 zum UNESCO-Welterbe.