Luthers Elternhaus in Mansfeld
Luthers Elternhaus in Mansfeld
Foto: Stadtinfo MansfeldDer erhaltene Teil von Luthers Elternhaus in Mansfeld.1484 siedelte Hans Luder mit seiner Frau Margarete und dem 1483 in Eisleben geborenen Sohn Martin nach Mansfeld über, wo Hans Luder erfolgreicher Hütten- und Bergwerksbesitzer wurde. Wahrscheinlich erwirbt er schon bald ein Haus, denn 1492 ist er Vierherr, ein Gemeindevertreter in der Stadtversammlung. Für dieses Amt war der Hausbesitz Voraussetzung. Zwar wird ein Haus in Hans Luders Besitz erst 1507 erwähnt, aber gleichzeitig heißt es, dass er für dieses Haus schon seit Jahren eine Schuld abtrug. Nach Hans Luders Tod 1530 übernimmt der jüngere Sohn Jakob das Anwesen und tritt als Bergwerks- und Hüttenbesitzer in die Fußstapfen des Vaters.
Wahrscheinlich hat Martin Luther also seine Kindheit in dem Anwesen verbracht, bis er 1497 zur weiteren Ausbildung Mansfeld verlässt. Hans Luders Wohlstand ermöglichte seinem Sohn Martin den Schulbesuch und das anschließende Studium.
Das Schicksal des Elternhauses
Das gewaltige Anwesen bestand ursprünglich aus zwei Grundstücken und umfasste eine vierseitige Hofanlage mit Garten. Bis 1578 blieb es im Besitz der Familie. Zwischen 1805 und 1807 riss man den mittleren Teil des Gebäudes ab, um die Zufahrt zum dahinter liegenden Gebäude zu schaffen. Nachdem der Hausteil links der Einfahrt ebenfalls erneuert wurde, ist vom ursprünglichen Haus heute nur noch etwa ein Drittel erhalten.
Dieser Rest des Elternhauses wurde 1878 vom Mansfelder Lutherhausverein erworben, um darin eine Diakonissenwohnung einzurichten. Mit diesem sozialen Zweck wollte man das Andenken Luthers besonders ehren. Bei den Umbauten 1885 wurde das Gebäude aufgestockt und die prägende steinsichtige Fassade geschaffen.
Seit 1889 im Besitz der Kirchengemeinde, wurde das Haus 2007 geschlossen und der Stadt Mansfeld übertragen. 2011 wurde mit der erforderlichen Sanierung begonnen. Mit Abschluss der Arbeiten 2013 wird die Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt das Gebäude gemeinsam mit dem Erweiterungsbau als fünftes Haus in ihre Obhut übernehmen.
Ausstellung "Luthers Heimat“ im neuen Museum
Für die Präsentation der Ausstellung entsteht auf der gegenüberliegenden Straßenseite von Luthers Elternhaus ein moderner Museumsneubau, auf dem bereits im 16. Jahrhundert genannten Grundstück des Gasthauses "Goldener Ring“. Hier wird künftig die Ausstellung "Luthers Heimat“ präsentiert. Zugleich werden im historischen Gebäude die Kellerräume und das Hauptgeschoss für eine Inszenierung hergerichtet, die es dem Besucher ermöglicht, noch tiefer in die Zeit Luthers einzutauchen.
Martin Luther hat seine Kindheit in Mansfeld nachhaltig geprägt, Zeit seines Lebens verstand er sich als Landeskind der Mansfelder Grafschaft. Deshalb werden die Beziehungen der Familie Luder zur Stadt, zur Kirche und zu den Grafen von Mansfeld in der Ausstellung aufgezeigt. Einen Schwerpunkt bildet Luthers Schulzeit in Mansfeld. Seit 2003 fanden Grabungen auf auf dem Areal von Luthers Elternhaus statt. Die archäologischen Funde können das Alltagsleben der Familie mit Themen wie Haus und Hof, Kinderspielzeug, Kleidung, Haushalt und Ernährung näher beleuchten.



































