Mansfeld

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Wo Martin Luther seine Kindheit verbrachte

Die Lutherschule in MansfeldFoto: Stadtinfo MansfeldDie Lutherschule in Mansfeld Der heutige Ortsteil "Mansfeld – Lutherstadt" besteht aus den ehemaligen selbstständigen Städten Leimbach und Mansfeld. Im Jahre 973 wurde Mansfeld erstmals urkundlich erwähnt. 1400 erhielt es Stadtrechte. Die Entwicklung des Ortes bestimmte die Kupfer- und Silbergewinnung in Hütten. Durch Martin Luther, der hier die Jahre seiner Kindheit und Jugend verbrachte, ist Mansfeld über die Landesgrenzen hinaus bekannt geworden. Seit 1996 trägt es den Beinamen "Lutherstadt".

Luther änderte die Schreibweise seines Namens

Am 10. November 1483 wurde Martin Luther in Eisleben geboren. Kurz nach Martins Geburt siedelte die Familie Luder (Martin und sein Bruder Jakob änderten später die Schreibweise des Familiennamens in Luther) von Eisleben nach Mansfeld um, dem Hauptort der Grafschaft und Zentrum des Kupferschieferbergbaus. Vater Hans Luder arbeitete im Berg- und Hüttenwesen.

Die ersten Jahre waren für die Familie eine Zeit der Entbehrung, allmählich aber gelang Hans Luder der soziale Aufstieg zum Hüttenunternehmer. Er kaufte ein eigenes Anwesen und wurde Ratsherr. In der Bergmannsstadt verbrachte Martin zusammen mit seinen acht Geschwistern seine Kindheit. Er wurde von seinen Eltern sehr streng erzogen, seine Mutter war sehr abergläubisch, der Vater eher praktisch und konsequent denkend.

War Luther ein guter Schüler?

Im Frühjahr 1488 besuchte Martin Luther zum ersten Mal die neben der St. Georgskirche gelegene Mansfelder Schule, dort lernte er Lesen, Schreiben, Rechnen, Singen und die Anfänge des Lateinischen. Stücke aus der Lateinischen Bibel, dazu das Ave-Maria, das Vaterunser, die zehn Gebote und das Glaubensbekenntnis mussten die Kinder fehlerfrei aufsagen können. Luther konnte noch im hohen Alter in seiner Schulzeit erlernte Texte rezitieren. Es ist nicht überliefert, ob Martin ein guter oder schlechter Schüler war, aber es ist anzunehmen, dass er sich viel Mühe gab, wohl schon aus Angst vor der Rute, die immer drohend über den Köpfen der Schüler schwebte und bei den geringsten Fehlern niedersauste. Im Frühjahr 1497 verlässt Martin Luther als 13-Jähriger Mansfeld, sein Weg "Hinaus in die Welt" beginnt.

St. GeorgFoto: Stadtinfo MansfeldSt. Georgskirche in Mansfeld An Martin Luther erinnern sein Elternhaus, Luthers Schule, das 1913 ihm zu Ehren aufgestellte Lutherdenkmal (Lutherbrunnen) und die ehemalige Stadtschule (Rektorat), welche 1893 den Ehrennamen „Lutherschule“ verliehen bekam. Von der ursprünglichen Schule ist nur noch das Fundament erhalten. Feierlich historisch nachgespielt wird jährlich am ersten Samstag nach Ostern, zu Ehren Martin Luthers, seine Einschulung. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die St. Georgskirche. Die heutige Gestalt der Kirche entstand in den Jahren 1497 – 1518. Sehenswert ist das "Lutherbild" (1540): Es zeigt Martin Luther in vollem Ornat und ist das einzige Ganzporträt Luthers.

Luthers Elternhaus

Hans Luder zog mit seiner Familie 1483/84 nach Mansfeld in die Straße Stufenberg 2 (heute Spangenberggasse 2). Er wohnte dort zur Miete. Durch fleißige Arbeit im Bergbau und große Sparsamkeit war es dem Vater 1491 möglich, das Haus gegenüber dem goldenen Ring, jetzt Lutherstraße 26, zu erwerben. Hier wohnte Martin Luther mit seinen Eltern und Geschwistern bis er 1497 nach Magdeburg ging. Das alte Wohnhaus wurde um 1805 wegen Baufälligkeit abgerissen.

Im Jahr 2003, bei der Stadtkernsanierung, wurden am Elternhaus Luthers Ausgrabungen vorgenommen. Hunderte Funde, wie etwa ein Kochtopf, Zapfhahn oder Becher, zeigen das Leben der Familie Luther. Seit 2008 ist das Gebäude städtisches Eigentum. Nach Beendigung der Baumaßnahmen am Elternhaus Martin Luthers werden die Funde in der Ausstellung "Fundsache Luther" dauerhaft in Mansfeld zu sehen sein.