Lutheralphabet - Buchstabe M

Mönch

MönchFoto: iStockphoto/gautierAls der junge Student Martin Luther sein Jura-Studium abbrach und am 17. Juli 1505 bei den Augustiner-Eremiten in Erfurt eintrat, soll sein Vater getobt haben vor Wut. In seinen Augen verzichtete sein Sohn auf eine erfolgreiche Berufskarriere. Luther selbst bekannte: „Ich bin nicht gern ein Mönch geworden“. Seinem Vater versicherte er, das sei durchaus kein freiwilliger Schritt gewesen: „Von Schrecken und der Furcht vor einem plötzlichen Tod umwallt legte ich ein gezwungenes und erdrungenes Gelübde ab.“ (Luther Deutsch 2, S. 324, zit. nach Christian Feldmann, Martin Luther, 2009).

Die Augustiner-Eremiten waren ein aus verschiedenen Einsiedlerkongregationen zusammengewachsener Zweig des Augustinerordens. Hier herrschte strenge Disziplin, der Lebensstil war äußerst spartanisch. Aber der Orden war aufgeschlossen für die theologischen Diskussionen der Zeit, ihre Mitglieder waren an Universitäten, Schulen und in der Seelsorge tätig. In Erfurt studierte auch der Ordensnachwuchs.

Luther trat erst im Oktober 1524 aus dem Kloster aus und gab seine Lebensform als Mönch auf. Am 13. Juni 1525 verlobte er sich mit der ehemaligen Nonne Katherina von Bora und heiratete sie am 27. Juni 1525, was zu hämischen Bemerkungen von Seiten der Reformationsgegner führte.