Luther historisch

Luther und die Folgen - 500 Jahre Reformationsgeschichte

Weggefährten

Michael Agricola
Michael Agricola ist der wichtigste Reformator Finnlands. Er studierte er an der Wittenberger Universität und wohnte in Luthers Haus. Dort zählten auch Philipp Melanchthon und Johannes Bugenhagen zu seinen Lehrern. Stark beeinflusst von den Ideen der deutschen Reformatoren kehrte er nach Finnland zurück und setzte sich dort als Bischof für die Reformation ein. Großen Einfluss hatten seine zahlreichen Schriften und Übersetzungen.
Baldassare Altieri
In den 40er Jahren des 16. Jahrhunderts erscheint Altieri als Schlüsselfigur evangelischen Gemeinden im Herrschaftsgebiet von Venedig, die in der italienischen Reformationsgeschichte eine Besonderheit darstellen.Er pflegte direkte Kontakte zu Martin Luther und dessen Wittenberger Kollegen. Auch als die Gemeindestrukturen unter Druck und Verfolgung zerfielen, vertrat er selbstbewusst seine reformatorischen Auffassungen.
Katharina von Bora
Katharina von Bora lebte im Zisterzienserinnenkloster bis sie mit den Ideen der Reformation in Berührung kam. Nach ihrer Flucht aus dem Kloster heiratete sie Martin Luther und verwaltete den Haushalt mit sechs Kindern und einem Bauerngut, betrieb ein Brauhaus und pachtete einen Elbarm für die Fischzucht. Nach Luthers Tod floh Katharina von Bora vor der Pest und verstarb dabei an den Folgen eines Unfalls.
Elisabeth von Braunschweig-Lüneburg
Elisabeth wird 1510 als Tochter des Kurfürsten Joachim I. von Brandenburg-Hohenzollern und der dänischen Königstochter Elisabeth auf der Spree-Insel Cölln geboren. Sie gilt als tiefgläubige "Reformationsfürstin", die die Reformation als fortschrittliche Regentin und Verfasserin zahlreicher Schriften im heutigen Südniedersachsen durchsetzte.
Johannes Bugenhagen
Johannes Bugenhagen begann in Wittenberg sein Theologiestudium und hielt kurz darauf selbst Vorlesungen zur Bibelauslegung. Auf Empfehlung Martin Luthers wurde Johannes Bugenhagen zum ersten evangelischen Pfarrer der Wittenberger Stadtkirche gewählt. Der zwei Jahre ältere Reformator betrachtete Bugenhagen als seinen Seelsorger, Beichtvater und väterlichen Freund.
Johannes Calvin
Der französische Reformator veröffentlichte nach seiner Flucht in die Schweiz sein Hauptwerk, in dem er seine protestantische Theologie zusammenfasste. Bis ins hohe Alter kämpfte er für die Verbreitung seiner protestantischen Lehren. Neben Martin Luther ist er der einflussreichste Reformator. Der Calvinismus ist heute eine der weltweit verbreitetsten Strömungen des evangelischen Glaubens.
Lucas Cranach der Ältere
Lucas Cranach war Hofmaler von Friedrich dem Weisen und diente auch dessen Nachfolgern. Trotz zahlreicher weltlicher Werke ist Lucas Cranach heute in erster Linie als Maler der Reformation bekannt. Mit seinen Porträts und Illustrationen trug er wesentlich zum Erfolg der Reformation bei. Zu Martin Luther und dessen Familie verband Cranach eine enge Freundschaft.
Johannes a Lasco
Johannes a Lasco, polnisch Jan Laski, entstammte dem reichen polnischen Adel und wurde von seinem Onkel, Erzbischof von Gnesen und Oberhaupt der polnischen Kirche, erzogen. Als vom Humanismus geprägter Priester machte er zunächst in Polen Karriere, ehe er mit protestantischen Kreisen in Kontakt kam und die reformatorischen Impulse in mehreren Ländern umsetzte.
Philipp Melanchthon
Philipp Melanchthon gilt neben Martin Luther als der wichtigste deutsche Reformator. Gemeinsam verfassten sie unzählige reformatorische Schriften und arbeiteten an der Bibelübersetzung. Melanchthon gründete Schulen und Universitäten und stand mit Gelehrten in ganz Europa in Kontakt. Wie kaum ein anderer beeinflusste er das Bildungswesen des 16. Jahrhunderts. In Augsburg verfasste er die wichtigste protestantische Bekenntnisschrift, die Confessio Augustana.
Thomas Müntzer
Der Priester Thomas Müntzer distanzierte sich schon vor Martin Luther von der Kirche. Anders als Luther glaubte er jedoch an eine unmittelbar bevorstehende Herrschaft Christi auf Erden. Die notwendige "Reinigung der Kirche" wollte er mit dem Schwert durchsetzen, wofür er sich mit den aufständischen Bauern zusammentat. Bei der entscheidenden Schlacht der Bauernkriege in Frankenhausen wurde Müntzer gefangen genommen und hingerichtet.
Georg Spalatin
Durch seine Stelle als Prinzenlehrer am kurfürstlichen Hof in Torgau gewann Georg Spalatin das Vertrauen des Kurfürsten Friedrich III. (der Weise) von Sachsen. Das Zusammenspiel von Martin Luther und Kurfürst Friedrich III. von Sachsen am Ausgangspunkt der Reformation wäre ohne die vermittelnde Rolle Spalatins undenkbar gewesen. Er ebnete Luthers Wege und sorgte für seinen Schutz.
Der "Urkantor": Johann Walter
Der im thüringischen Kahla geborene Johann Walter gilt als "Urkantor“ der evangelischen Kirche. Viele Melodien zu Luther-Liedern sind in Zusammenarbeit mit Johann Walter entstanden und er war Herausgeber des ersten evangelischen Chorgesangbuchs. Die Torgauer Stadtkantorei, die er aufbaute, wurde zum Ur- und Vorbild des lutherischen Kantoreiwesens. Für Walter wie für Luther gehörten Theologie und Musik zusammen.
Ulrich Zwingli
Der Schweizer Ulrich Zwingli wurde schon früh von Luthers Schriften beeinflusst. Ermutigt vom Erfolg der Wittenberger Reformatoren kritisierte er öffentlich die römisch-katholische Kirche. Mit seinen 67 Thesen gab er in Zürich den entscheidenden Anstoß zur Reformation und arbeitete an ihrer Verbreitung. Die Bewegung radikalisierte sich und auch Zwingli drängte zum Krieg gegen Rom. Er starb als Feldprediger mit dem Schwert in der Hand.