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(Foto: Luther 2017)

„Die Musik ist eine Gabe und ein Geschenk Gottes; sie vertreibt den Teufel und macht die Menschen fröhlich.“ So beschreibt Martin Luther die Bedeutung der Musik für Glaube und Gemüt. Der Gemeindegesang wurde von der „Wittenberger Nachtigall“, wie Luther ob seiner vielen Lieddichtungen genannt wurde, als „singende Verkündigung“ des Evangeliums und der neuen Lehre hoch geachtet.

Grundstein für europäische Musikkultur

Doch sollte das Themenjahr „Reformation und Musik“ eine klingende Hommage nicht nur an den wortgewaltigen Dichter und Reformator Luther selber sein, sondern zugleich auch an den großen Reichtum protestantischer Kirchenmusik erinnern. So galt es, die weltberühmte Tradition eines Paul Gerhardt, Johann Sebastian Bach, aber auch von Walter, Schütz und Telemann, Fasch und Mendelssohn Bartholdy – um nur einige zu nennen – zu pflegen und in Erinnerung zu rufen. Zudem feierte der Leipziger Thomanerchor 2012 sein 800-jähriges Bestehen. Nicht zu überhören: Die Reformation legte einen Grundstein für die europäische Musikkultur.

Ein Themenjahr „Reformation und Musik“ auf dem Weg zum Reformationsjubiläum 2017 hätte Luther also gewiss gefallen. Er selbst war ein geübter Sänger und Lautenspieler. In seinem Werk als Komponist und Lieddichter hat er die reformatorischen Glaubenssätze zu Musik verdichtet. Seine Lieder sowie die seiner Anhänger entfalteten große Wirkung bei der Ausbreitung der Reformation.

Gemeinsames Singen und Musizieren

Und sie gründeten damit eine ganz eigene protestantische Tradition der Kirchenmusik. Der – deutschsprachige – Gemeindegesang ist seither ein wichtiger Teil des Gottesdienstes und der Liturgie. Dass alle an der Musik aktiv teilhaben, gehört zu den ureigensten reformatorischen Impulsen. Das gemeinsame Singen und Musizieren ist bis heute ein besonders lebendiger und attraktiver Teil des evangelischen Gemeindelebens. Die große Bedeutung dieser Kultur für die musikalische Bildung, wie auch für die Bildung im Allgemeinen, ist nicht zu unterschätzen. Verblüffend aktuell klingt in dieser Hinsicht Luthers Plädoyer für den Wert der Musik: „Wer diese Kunst kann, der ist von guter Art, zu allem geschickt. Man muss die Musik unbedingt in den Schulen behalten. Ein Schulmeister muss singen können, sonst sehe ich ihn nicht an.“

Eröffnung des Themenjahres wo Bach getauft wurde

Am Reformationstag, 31. Oktober 2011, wurde das fünfte Themenjahr der Lutherdekade feierlich mit Festgottesdienst, Festvortrag und Empfang in Eisenach und der Georgenkirche eröffnet. Hier steht der Taufstein, an dem Johann Sebastian Bach getauft wurde. Der junge Martin Luther war hier Kurrendesänger.

Der Leipziger Thomanerchor feierte 2012 seinen 800. Geburtstag. Und einer ihrer langjährigen Kantoren war Bach. Das Motto lautete: „800 Jahre Thomana – glauben, singen, lernen“.  Auch zogen sich im Themenjahr 2012 zahlreiche Veranstaltungen – Gottesdienste, Konzerte und Symposien – regelrecht „wie ein Band“ durchs Land. Unter dem Motto „366plus1 – Kirche klingt“ brachte die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) vom 1. Januar an täglich und darüber hinaus in der Osternacht den „künstlerischen Schatz der Reformation“ zum Klingen: mit Motetten, Liedern, Orgel- und Konzertmusik, kleinen und größeren Ensembles, Jazzformationen und Gospelbands. Dabei spielte die Musik immer wieder woanders: Die Konzertreihe zog von Süden nach Norden und zurück nach Mitteldeutschland bis ins Erzgebirge.

Musik ist die beste Labsal für einen betrübten Menschen

Für die Ausgestaltung des Themenjahres erfuhren viele Akteure und Initiativen vor Ort bei ihren Konzerten, Ausstellungen und Wettbewerben kräftige Unterstützung von den Kirchen, dem Bund, Ländern und Kommunen. Auch dafür kann ein Luther-Zitat Pate stehen: „Könige, Fürsten und Herren müssen die Musik erhalten; dem großen Potentaten und Regenten gebührt es, über guten freien Künsten und Gesetzen zu wachen.“ Für Luther war die Wirkung der Musik eindeutig: „Sie ist die beste Labsal für einen betrübten Menschen!“ 


Das Programmheft zum Themenjahr steht auf der Seite als PDF-Download zur Verfügung.

Das Jahrbuch der Lutherdekade 2012 – Reformation und Musik gibt es auf dieser Seite als PDF-Download oder kann per Mail bestellt werden.