Lutherworte

Lutherwort Quelle
Die Meinung, daß eine kirchliche Bußstrafe in eine Fegefeuerstrafe umgewandelt werden könne, ist ein Unkraut, das offenbar gesät worden ist, während die Bischöfe schliefen. 95 Thesen, 11. These
Aus Liebe zur Wahrheit und in dem Bestreben, diese zu ergründen, soll in Wittenberg unter dem Vorsitz des ehrwürdigen Vaters Martin Luther, Magisters der freien Künste und der heiligen Theologie sowie deren ordentlicher Professor daselbst, über die folgenden Sätze disputiert werden ... Einleitende Worte der 95 Thesen Martin Luthers von 1517
Ich habe auch zu Eisenach gepredigt. Aber der furchtsame Pfarrer protestierte in Gegenwart von Notar und Zeugen vor mir, entschuldigte sich jedoch wegen dieser Notwendigkeit demütig mit der Furcht vor seinen Tyrannen. Luther in einem Brief an Spalatin, 14. Mai 1521
Übrigens bin ich zu Eisleben geboren und dort auch in St. Peter getauft. (...) keine andere Stadt kennt mich besser als diese. Luther in einem Brief an Georg Spalatin am 14. Januar 1520
Karl Militz hat mich in Altenburg gesehen und sich beklagt, daß ich die ganze Welt an mich und vom Papste abgezogen hätte. Er habe in vielen Herbergen ausgekundschaftet, daß unter fünf Menschen kaum zwei oder drei der römischen Partei günstig gesinnt seien. Luther in einem Brief an Johann von Staupitz am 20. Februar 1519
Ist es nicht ein armseliges Ding und zum Erbarmen, dass uns der Teufel anklagt und verdammt, wo er doch noch viel schlimmer ist als wir sind? Was geht es ihn an, dass ich gesündigt habe? Habe ich doch nicht gegen ihn gesündigt, sondern gegen Gott und seine Gesetze; da nicht er mir das Gesetz gegeben hat, sondern Gott. Es heißt: "An dir allein habe ich gesündigt." Weil wir Gott zum Vater und die Vergebung der Sünden aus Gnade haben um Christus willen, darum muss der Teufel uns unverdammt lassen, denn Christus hat die Handschrift unseres Gewissens ausgetilgt (…). Die Erbsünde mag mit keinem Gesetz oder Strafe vertrieben werden, selbst wenn tausend Höllen wären, sondern allein die Gnade Gottes muss sie ausfegen und die Natur rein und neu machen. Schriften, 10.I. 1. Band, S. 509
Der ganze Mensch muss in das Evangelium kriechen und überall neu werden, die alte Haut ausziehen, wie es die Schlange tut. Wenn ihre Haut alt wird, sucht sie ein enges Loch im Felsen; da kriecht sie hindurch und zieht ihre Haut selbst ab und lässt sie draußen vor dem Loche. So muss sich auch der Mensch in das Evangelium und Gottes Wort begeben und seiner Zusage getrost folgen; er wird nicht trügen. So zieht er ab seine alte Haut, lässt draußen sein Licht, seinen Dünkel, seinen Willen, seine Liebe, seine Lust, sein Reden, sein Wirken und wird also ein ganz anderer, neuer Mensch (...) Schriften, 10.I. 1. Bd., S.180
Die Predigt des Evangeliums ist keine ewig währende, bleibende Lehre, sondern ist wie ein fahrender Platzregen, der dahinläuft. Was er trifft, das trifft er; was fehlt, das fehlt. Er kommt aber nicht wieder, bleibt auch nicht stehen, sondern die Sonne und Hitze kommen danach und lecken ihn auf.
Euer Kurfürstlichen Gnaden denken nur nicht, daß Luther todt sei: er wird auf den Gott, der den Papst demuthiget hat, so frei und frohlich pochen, und ein Spiel mit dem Cardinal von Mänz anfahen, deß sich nicht viel versehen. Luther an den Erzbischof Albrecht von Mainz, Mai 1521
Wer die Musik verachtet, wie denn alle Schwärmer tun, mit denen bin ich nicht zufrieden. Denn die Musik ist eine Gabe und Geschenk Gottes, nicht ein Menschengeschenk. So vertreibt sie auch den Teufel und macht die Leute fröhlich: man vergißt dabei allen Zorns, Unkeuschheit, Hoffart und anderer Laster. Ich gebe nach der Theologie der Musik die nächste Stelle und die höchste Ehre. Tischreden, Nr. 738