Restaurierungspaten für Luthers Sterbehaus gesucht
Foto: Stiftung Luthergedenkstätten Sachsen-Anhalt/KunstmannRestaurierungsbedürftige Möbel aus den Sterberäumen Luthers.Bis zum 25. Januar 2013 ist Luthers Sterbehaus in Eisleben wegen umfassender Baumaßnahmen geschlossen. Die Anlage wird seit Anfang 2011 für fünf Millionen Euro instandgesetzt und erweitert. In der geplanten Dauerausstellung sollen drei Themenbereiche im Mittelpunkt stehen: Luthers Beschäftigung mit dem Tod, Luthers Sterben und Tod in Eisleben sowie der Wandel des Luthergedenkens im Sterbehaus.
Für die neue Ausstellung soll auch die von Friedrich Wilhelm Wanderer entworfene und in den Jahren 1892-94 ausgeführte historistische Raumausstattung in den Sterberäumen rekonstruiert werden, die seit 1907 immer wieder verändert und reduziert wurde. In Vorbereitung der neuen Dauerausstellung konnte das ursprüngliche Aussehen von Luthers Schlafzimmer und dem Sterbezimmer rekonstruiert und der allergrößte Teil der Ausstattungsstücke in den Depots identifiziert beziehungweise wieder aufgefunden werden. Viele dieser Ausstattungsstücke – Gemälde, Möbel sowie historische und historisierende Alltagsgegenstände – sind zum Teil stark restaurierungsbedürftig.
Paten für das Bahrtuch, Wandschrank oder Ruhebettlein gesucht
Um alle Restaurierungen realisieren zu können, benötigt die Stiftung Luthergedekstätten in Sachsen-Anhalt Hilfe. Interessierte können eine Patenschaft für ein Objekt übernehmen, dessen Restaurierung sie unterstützen möchten. Ebenso ist es möglich, dass mehrere Personen gemeinsam eine Patenschaft übernehmen. Das Engagement wird, sofern dies gewünscht wird, namentlich gewürdigt. "Die Resonanz auf die Patenschaft ist groß. So sind bereits fast 40.000 Euro zusammengekommen", sagt Stefan Rhein, Direktor der Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt und Leiter der Geschäftsstelle „Luther 2017“. Er ermuntert zur Patenschaft: Noch seien viele Objekte zu haben.
Mit der Aktion unter dem Motto "Schöne Dinge für Luthers Sterbehaus" soll an eine im Jahr 1886 gestartete Initiative angeknüpft werden. Damals hatten Bürger der Stadt eine "Luther-Festspielgesellschaft" mit dem Ziel gegründet, Geld für die Ausstattung von Räumen in dem späteren Museum zu sammeln. Die erfolgreichen Bemühungen führten 1894 zur Eröffnung einer Gedenkstätte mit einer Schlafkammer und einem Sterbezimmer.
Ende Januar 2013 öffnet Luthers Sterbehaus wieder seine Pforten
Derzeit wird der historische Gebäudekomplex mit dem Museum Sterbehaus instandgesetzt und erweitert. Die Wiedereröffnung der Anlage einschließlich der neuen Dauerausstellung, die unter dem Motto "Luthers letzter Weg" stehen soll, ist für den 25. Januar 2013 vorgesehen.
Das originale Sterbehaus ist nicht mehr erhalten. Die Annahme des heutigen Museums als Sterbeort von Martin Luther geht auf eine Verwechslung von zwei Gebäuden durch einen Chronisten Anfang des 18. Jahrhunderts zurück. Zur Stiftung Luthergedenkstätten gehören auch das Melanchthonhaus und das Lutherhaus in Wittenberg sowie in Eisleben das Geburtshaus des Reformators. Die Museen sind seit 1997 UNESCO-Weltkulturerbe.
Weitere Gegenstände zur Auswahl für Restaurierungspatenschaften finden sich auf der Homepage der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt.


































