Luther statt Halloween: Protestanten feiern Reformationstag

Eröffnung des Themenjahrs 2013 "Reformation und Toleranz"

ReformationstagFoto: N.Media-Images/fotoliaMartin Luthers Thesenanschlag am 31. Oktober 1517 markiert den Beginn der Reformation.Bundesweit feiern protestantische Christen an diesem Mittwoch den Reformationstag. Mit Gottesdiensten und zahlreichen Veranstaltungen erinnert die evangelische Kirche an ihren Ursprung. Vor fast 500 Jahren, am 31. Oktober 1517, verbreitete Martin Luther seine 95 Thesen gegen die Missstände der spätmittelalterlichen Kirche. Dieses Datum gilt als Beginn der Reformation. Rund 100.000 vor allem junge Gäste werden zudem zu sogenannten ChurchNight-Aktionen und Luther-Partys erwartet. Damit soll ein Kontrast zu den verbreiteten Gruselevents an Halloween gesetzt werden.

Fernsehgottesdienst und Verleihung der Martin-Luther-Medaille

Am Reformationstag überträgt das Erste den zentralen Gottesdienst ab 10 Uhr live aus der Leipziger Thomaskirche. Die Predigt hält der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider. Dies ist zugleich sein erster offizieller Auftritt nach einer längeren Erkrankung. In dem Gottesdienst wird das 800-jährige Bestehen des berühmten Thomanerchores gefeiert. Im Anschluss wird die Martin-Luther-Medaille an den Dirigenten und früheren Leiter der Bachakademie Stuttgart, Helmuth Rilling (79), verliehen.

In Worms wird am Mittwochabend das neue Themenjahr "Reformation und Toleranz" der Lutherdekade eröffnet. Damit ist zugleich Halbzeit der Dekade, mit der die evangelischen Kirchen sowie Bund, Länder und Gemeinden das Reformationsjubiläum 2017 vorbereiten. In der Lutherdekade, die 2008 in Wittenberg startete, steht jedes Jahr ein anderes Thema im Mittelpunkt. 2012 war es "Reformation und Musik".

Margot Käßmann predigt zur Eröffnung des neuen Themenjahres

Zur Eröffnung des neuen Themenjahres 2013 in Worms predigt die EKD-Botschafterin für das Reformationsjubiläum, Margot Käßmann. Als Redner wird zudem Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) in der Lutherstadt erwartet.

Die Lutherbotschafterin Käßmann predigt zudem in einem NDR-Fernsehgottesdienst zum Reformationstag in der Kulturkirche St. Johannis in Hamburg-Altona (ab 16.10 Uhr). Der Musiker und Sänger Klaus Hoffmann wird mit seinen Liedern den Gottesdienst mitgestalten, ebenso wie der Liedermacher Fritz Baltruweit. Der ehemalige Tagesschau-Sprecher Joachim Brauner liest den Angaben zufolge im Gottesdienst Luthertexte.

Synode befasst sich mit Perspektiven des Reformationsjubiläums

Mit dem Reformationsjubiläum 2017 beschäftigt sich in diesem Jahr auch die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Bei ihrer Tagung vom 4. bis 7. November im Ostseebad Timmendorfer Strand soll ausführlich über Inhalte, Chancen und Perspektiven des 500. Jahrestages der Reformation beraten werden, sagte Katrin Göring-Eckardt, die als Synodenpräses dem Kirchenparlament vorsteht.

Die katholische Kirche feiert am 31. Oktober und 1. November die Erhebung der mittelalterlichen Mystikerin Hildegard von Bingen zur Kirchenlehrerin, die bereits am 7. Oktober durch Papst Benedikt XVI. in Rom erfolgt war. Am 31. Oktober leitet der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst dazu eine Pontifikalvesper in der Wallfahrtskirche St. Hildegard in Eibingen (Hessen). Am Allerheiligentag (1. November) will der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, ein Pontifikalhochamt in der Abtei St. Hildegard feiern. Anschließend wird der Schrein mit den Gebeinen Hildegards in einer Prozession zur Wallfahrtskirche Eibingen getragen.

Reformationstag in meisten neuen Bundesländern ein Feiertag

Mit dem 500. Jahrestag der Reformation erinnern evangelische Christen an den legendären Thesenanschlag Martin Luthers (1483-1546) an die Tür der Wittenberger Schlosskirche im Jahr 1517. Dieses Ereignis gilt als der Beginn der reformatorischen Umwälzungen in Europa.

Der Reformationstag ist in den neuen Bundesländern, nicht aber in Berlin und im alten Bundesgebiet gesetzlicher Feiertag. In Thüringen wird dieser Tag nur in überwiegend evangelischen Gemeinden als gesetzlicher Feiertag begangen.