Tagung in Jena würdigt 475 Jahre "Schmalkaldische Artikel"
Foto: Universität Heidelberg/wikipadia/Martin LutherSchmalkaldische Artikel. Wittenberg, 1536.Der evangelischen Bekenntnisschrift "Schmalkaldische Artikel" und ihrer Verabschiedung vor 475 Jahren widmet die Jenaer Friedrich-Schiller-Universität am 25. und 26. Oktober 2012 eine wissenschaftliche Tagung. Im Mittelpunkt der Vorträge von Theologen und Historikern stehe die Bedeutung der Artikel für das Entstehen der lutherischen Konfession und die damalige Gesellschaft, teilte die Hochschule mit. Am ersten Beratungstag ist zudem ein öffentlicher Abendvortrag geplant.
Schrift zählt zu den radikalsten Äußerungen Luthers gegenüber Papst
In den "Schmalkaldischen Artikeln" formulierte Martin Luther seine wesentlichen theologischen Auffassungen, darunter die Lehre von der Rechtfertigung allein aus Glauben. Zugleich übte der Reformator scharfe Kritik am Papsttum sowie an der Reliquienverehrung, am Ablasshandel und an der Lehre vom Fegefeuer. Die Schrift mit 15 Glaubensartikeln wurde am 24. Februar 1537 bei einem Treffen des Schmalkaldischen Bundes im südthüringischen Gründungsort des Bündnisses unterzeichnet.
In Schmalkalden hatten sich die evangelischen Fürsten von Hessen, Kursachsen, Brandenburg-Ansbach, Braunschweig-Lüneburg und Anhalt sowie 14 freie Reichs- und Hansestädte 1530 zu einer Allianz gegen den katholischen Kaiser zusammengeschlossen. Die Artikel von 1537 fanden zunächst wegen der wenig diplomatischen Formulierungen eine nur verhaltene Resonanz. Seit 1580 gelten sie jedoch als Bekenntnisschrift, auf die sich bis heute sieben der 20 Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland in ihren Verfassungen ausdrücklich beziehen.



































