Cranach-Gemälde von Luther und Melanchthon ziehen in eine Hamburger Kirche ein
###bild-1###Eine unbekannte Hamburger Stifterfamilie hat der evangelischen Kirchengemeinde Nienstedten zwei Gemälde von Lucas Cranach dem Jüngeren (1515-1586) vermacht. Es handelt sich dabei um ein Doppelportrait der Reformatoren Martin Luther und Philipp Melanchthon. Zur "Nacht der Kirchen" am 15. September wurden die Gemälde erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Gut gesichert sollen sie dauerhaft in der Kirche bleiben.
Für ein privates Umfeld gedacht
Auf den beiden Ölgemälden sitzen sich die beiden Reformatoren bei entsprechender Anordnung mit aufgeschlagenen Büchern gegenüber. Entstanden sind sie in Wittenberg und auf das Jahr 1562 datiert. Zu diesem Zeitpunkt waren beide Reformatoren bereits verstorben. Ihre Namen sind auf den Gemälden nicht verzeichnet. Von ihrem kleinen Format her (44 x 54 Zentimeter) seien die Bilder vermutlich für ein privates Umfeld gedacht, so die Baseler Kunsthistorikerin Katharina Georgi. Zwar gebe es zahlreiche Portraits der beiden Gelehrten, doch dass sie als Doppelportrait erhalten sind, sei eine Besonderheit.
Von einer Hausangestellten über das Kriegsende gerettet
Die beiden Gemälde kamen vermutlich in den 30er Jahren von Berlin in den Familienbesitz der Stifter auf einem Gut in Vorpommern. Als die Familie 1945 vor der russischen Armee flüchtete, wurden die Tafeln von einer Hausangestellten gerettet. In Hamburg hingen sie dann nur wenige hundert Meter von der Kirche entfernt im Haus der Kaufmannsfamilie, die nicht genannt werden möchte.
Der Vater des Malers, Lucas Cranach der Ältere (1475-1553), hatte ein besonders enges Verhältnis zu Luther und mit seinen Portraits die Verbreitung seiner Lehre gefördert. Cranach war auch Trauzeuge bei der Hochzeit Luthers mit Katharina von Bora 1525. Der jüngere Cranach war mit Melanchthons Nichte verheiratet.



































