Dreitägiges "Festival der Reformation" in Zeitz
Foto: PR Mittelalterliches Flair auf dem "Festival der Reformation".Die Stadt Zeitz im südlichen Sachsen-Anhalt ist von Freitag an Gastgeber für das zehnte bundesweite "Festival der Reformation". Unter dem Motto "Du meine Seele singe" erwartet die Besucher bis Sonntag, 29. Juli, ein "Fest der Begegnung, des Austauschs und der Freude", teilten die Organisatoren mit. Zum Programm gehören Ausstellungen, Konzerte von Klassik bis Rock und ein Mittelaltermarkt sowie Vorträge, ein ökumenischer Gottesdienst und Theateraufführungen.
Städte präsentieren sich auf einer Straße der Reformation
Anlass des Festes ist das Themenjahr "Reformation und Musik" in der Dekade zum 500. Reformationsjubiläum 2017. Auf einer Straße der Reformation wollen sich historische Städte und Stätten aus Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen, Bayern und Rheinland-Pfalz präsentieren. Zudem wird das neugestaltete "Bibelmobil" der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland vorgestellt, das künftig bundesweit als "Reformations-Mobil" zum Einsatz kommen soll.
Als ein Höhepunkt ist der Auftritt des Liedermachers und Buchautors Stephan Krawczyk angekündigt. Der Künstler war 2005 für sein mutiges Auftreten gegen gesellschaftliche Missstände in der DDR und nach der Wiedervereinigung mit dem Preis "Das unerschrockene Wort" geehrt worden, den die deutschen Lutherstädte seit 1996 vergeben. Am Sonntag wird auf dem Michaeliskirchhof zu einem "Frühstück mit Luthers" eingeladen.
Zeitz war Wohnsitz des ersten evangelischen Bischofs
Das erste "Festival der Reformation" des Tourismusverbundes fand 1998 in Mansfeld (Sachsen-Anhalt) statt. Im vergangenen Jahr wurde es im hessischen Bad Hersfeld ausgerichtet. Zeitz war Wohnsitz des weltweit ersten evangelischen Bischofs Nikolaus von Amsdorf (1483-1565), den Luther 1542 im Naumburger Dom in sein Amt eingeführt hatte.
Die einstige Residenzstadt versteht sich als Stadt der Luthernachkommen. Sämtliche männliche Erben von Martin Luther (1483-1546) haben dort gewirkt und zum Teil auch gelebt. Seit 2003 hat in der Stadt die 1926 gegründete Lutheriden-Vereinigung ihren Sitz, die rund 200 Nachkommen des Reformators vereint. In Zeitz gehörte dazu unter anderem im 18. Jahrhundert der Bürgermeister Friedrich Martin Luther. Von besonderer Bedeutung als Erinnerungsorte in der Stadt sind der Dom St. Peter und Paul, in dem Luther 1542 seinen Freund Nikolaus von Amsdorf als evangelischen Bischof einführte, und das Wohnhaus der letzten drei Nachkommen, mit denen die männliche Luther-Linie im 18. Jahrhundert in der sechsten Generation erloschen ist. Ein Brief Luthers an seine Frau Katharina, den er am 28. Juli 1545 in Zeitz verfasste, zählt zu den späten Selbstzeugnissen des Reformators.


































