"Luthercremetorte" wirbt für Reformationsjubiläum

Bäckermeister verwendet nur Zutaten, die es schon zu Luthers Zeiten gab

LuthercremetorteFoto: epd-bild/Jens SchulzePastor Josef Kalkusch (rechts) stellt mit Bäckermeister Karl Wilke (links) die Luthercremetorte vor. Pastor Josef Kalkusch aus Sachsenhagen bei Hannover ist immer für eine ungewöhnliche Idee gut. So öffnet er im Sommer jeden Sonntag einen Biergarten vor seinem Pfarrhaus. Das 500-jährige Reformationsjubiläum im Jahr 2017 hat ihn jetzt zu einem neuen Vorhaben inspiriert: die "Luthercremetorte". Sie soll schon jetzt eine Vorgeschmack auf das große Festjahr liefern. "Jubiläen kann man nicht nur durch Nachdenken feiern", sagt Kalkusch. "Man muss sie auch schmecken und riechen."

Auf der Torte prangt die Lutherrose

Gemeinsam mit Bäckermeister Karl Wilke hat der 63-Jährige ein spezielles Rezept für die Luthercremetorte ausgetüftelt. Alle Zutaten gab es schon zu Luthers Zeiten. Haselnüsse sind darin, und Rosenmarmelade - mehr will Kalkusch nicht verraten. Überzogen ist sie mit weißer Creme, und obendrauf prangt die Lutherrose, das Erkennungszeichen des Reformators.

Kalkusch verkauft die exklusive Torte zurzeit in seinem Biergarten "Pastors Garten", den er zum Beginn der Sommerferien nach dem Gottesdienst wieder geöffnet hat. Das Stück kostet zwei Euro, der Erlös kommt der Glockensanierung im Dorf zugute. Bäcker Wilke backt ehrenamtlich, die Zutaten zahlt die Kirche.

Luthercremetorte soll auch in Japan oder Südamerika gegessen werden

Der Pastor hat große Pläne mit seiner neuen Kreation. "Langfristig wollen wir die Torte weltweit vermarkten." Auch über eine Backmischung denkt er schon nach, so dass selbst Lutheraner in Japan oder Südamerika in den Genuss der Luthercremetorte kommen könnten.

Kalkusch, Pastor der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe, bewundert den Reformator Martin Luther (1483-1546). "Neben all der wichtigen Theologie war er auch ein Mensch, der mitten im Leben stand. Und er verstand das Leben zu genießen." 1517, als Luther noch Mönch, aber schon Professor war, schlug er seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche von Wittenberg. 2017 soll das Reformationsjubiläum gefeiert werden.

Pfarrer Kalkusch sprüht vor Ideen

Auch Kalkusch versteht es, die christliche Botschaft unter die Leute zu bringen. 1997 öffnete er erstmals seinen Biergarten und schenkt seither dort "Sachsenhäger Pastorenpils" aus. Im vergangenen Jahr schaltete er "Pastors power point" frei: die Elektro-Tankstelle für Gäste, die mit dem E-Bike kommen, verknüpft mit einem "Gottesdienst zum Aufdanken".

Für nächstes Jahr hat der schaumburg-lippische Pastor wieder eine Idee: ein Luther-Shampoo mit dem Namen "Luther-Schaum". Die dazu gehörende Internet-Domain hat er sich bereits gesichert. Über den Slogan grübelt er noch. Nur soviel lässt er schon durchblicken: Es gehe darum, sich selbst und anderen den Kopf zu waschen.