Käßmann erinnert zum "Katharina-Tag" an wichtige Rolle der Frauen in der Reformation

Cathrin Schauer für Engagement gegen Zwangsprostitution zur "Katharina-Botschafterin" gekürt

Margot Käßmann, Botschafterin der EKD für das ReformationsjubiläumFoto: epd-bild/Norbert NeetzMargot Käßmann, Botschafterin der EKD für das Reformationsjubiläum, hielt die Predigt zum Festgottesdienst am "Katharina-Tag".Die Botschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zum Reformationsjubiläum, Margot Käßmann, hat die wichtige Rolle der Frauen in der Reformation hervorgehoben. Es sei wie so oft in der Geschichte: "die Männer werden gesehen, gehört, gelesen aber ohne die Frauen im Hintergrund, könnten sie gar nicht agieren", sagte Käßmann am Sonntag in einem Festgottesdienst zum "Katharina-Tag" im sächsischen Torgau. Gerade die Kirchen in aller Welt lebten davon, dass Frauen sie tragen und den Glauben an die nachwachsende Generation weitergeben.

"Die Kirche der Reformation muss sich beständig weiter reformieren"

Mit dem "Katharina-Tag" feiert Torgau im Rahmen der Luther-Dekade zum Reformationsjubiläum 2017 seit 2010 jährlich das Wirken von Luthers Ehefrau Katharina von Bora. In ihrer Predigt erinnerte Käßmann daran, dass die Kirche der Reformation sich beständig weiter reformieren muss. So habe es noch ein paar Jahrhunderte gedauert, bis die evangelische Kirche begriffen habe, was Priestertum aller Getauften meine: "Nämlich, dass Frauen auch de facto Pfarrerin und Bischöfin werden können."

Auf dem Programm des "Katharina-Tages", der vom 30. Juni bis 1. Juli gefeiert wurde, standen Lesungen, Diskussionsrunden, Musik, Straßentheater und Vorträge. Zum zweiten Mal wurde zudem eine "Katharina-Botschafterin" gekürt. Der mit einem Preisgeld von 3.000 Euro verbundene Titel ging an Cathrin Schauer aus Plauen, die sich im Verein "KARO" in der deutsch-tschechischen Grenzregion gegen Zwangsprostitution, Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung von Kindern und Frauen engagiert.

Herausragendes Engagement von Frauen in den Mittelpunkt rücken

Mit der Auszeichnung will die Stadt Torgau in Erinnerung an Katharina von Bora herausragendes Engagement von Frauen in den Mittelpunkt rücken und ehren. Auf dem Fest wurden ferner die fünf Siegerentwürfe des künstlerischen Wettbewerbs "Unter der Oberfläche - Reformation in Torgau" vorgestellt. Die Kunstwerke werden bis Oktober 2012 in der Torgauer Innenstadt das Thema Reformation neu ins Blickfeld nehmen. 

Katharina von Bora starb 1552 in Torgau und wurde in der dortigen Marienkirche begraben. Ihre Flucht als 24-Jährige aus einem Nonnenkloster wurde von einem Torgauer Ratsherren organisiert. Danach schloss sie sich der Reformation an, deren Ideen sie bereits vorher studiert hatte. In Torgau gibt es die einzige Katharina-von-Bora-Gedenkstätte Deutschlands. In Vorbereitung auf das 500-jährige Reformations-Jubiläum im Jahr 2017 wird in der Stadt an der Elbe seit 2010 der "Katharina-Tag" gefeiert. Schirmherrin des Torgauer "Katharina-Tag" ist die mitteldeutsche Landesbischöfin Ilse Junkermann.