Christkindfigur aus dem 16. Jahrhundert für Luthermuseum in Eisleben angekauft

Zentrales Exponat für neue Dauerausstellung "Luthers letzter Weg"

Christkindfigur aus dem 16. Jahrhundert, aus Lindenholz geschnitztFoto: epd-bild/KuntsmannChristkindfigur aus dem 16. Jahrhundert, aus Lindenholz geschnitzt.Für die neue Dauerausstellung in der Museumsanlage "Luthers Sterbehaus" in Eisleben ist der Ankauf einer als Schwerpunkt geplanten Statue gelungen. Die Christkindfigur aus dem 16. Jahrhundert habe auf einer Kunstmesse in München für 29.500 Euro erworben werden können, teilte die Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt in Eisleben mit.

Die aus Lindenholz geschnitzte Figur stellt ein nacktes männliches Kind dar, das in einer Hand eine goldfarbene Erdkugel hält. Das Kunstwerk stammt laut Stiftung vermutlich aus Schwaben und wird eines der zentralen Exponate im ersten Raum des neu gestalteten Museumsbereichs "Luthers Sterbehaus". Dieser Ausstellungsabschnitt ist den Themen Tod, Himmel, Hölle und Jüngstes Gericht als die "letzten Dinge" gewidmet. Die etwa 45 Zentimeter hohe Christkindfigur soll symbolisch den Himmel darstellen.

Wiedereröffnung der Museumsanlage für 2012 geplant

Der historische Gebäudekomplex mit dem Sterbehaus wird seit Anfang dieses Jahres für fünf Millionen Euro instandgesetzt und erweitert. Die Wiedereröffnung der Anlage einschließlich der neuen Dauerausstellung, die unter dem Motto "Luthers letzter Weg" stehen soll, ist für September 2012 vorgesehen.

Für einen Teil der neuen Dauerausstellung will die Stiftung das Inventar so rekonstruieren lassen, wie es von dem Nürnberger Kunstexperten Friedrich Wilhelm Wanderer ursprünglich entworfen wurde. Dazu läuft seit Mai auch eine Spendenaktion "Restaurierungspaten", an der sich bislang rund zehn Förderer beteiligen. Viele Objekte wie etwa Gemälde, Möbel und Alltagsgegenstände waren über Jahrzehnte ohne Reparatur ausgelagert worden.

Das originale Sterbehaus ist nicht mehr erhalten. Die Annahme des 1894 eröffneten Museums als Sterbeort des Kirchenreformators Martin Luther geht auf eine Verwechslung von zwei Gebäuden durch einen Chronisten Anfang des 18. Jahrhunderts zurück. Zur Stiftung Luthergedenkstätten gehören das Melanchthonhaus und das Lutherhaus in Wittenberg sowie in Eisleben das Geburtshaus und das Sterbehaus des Reformators. Die Museen sind seit 1997 UNESCO-Weltkulturerbe.