"Luther und die Hexen" - Ausstellung zur Hexenverfolgung in Thüringen

Antwort auf die Frage, wie es zum Hexenwahn kommen konnte

Die Hexenverfolgung im ausgehenden Mittelalter steht im Mittelpunkt einer Sonderausstellung, die im südthüringischen Schmalkalden eröffnet wurde. Unter dem Motto "Luther und die Hexen" wird die Haltung des Reformators zum Hexenwahn dokumentiert. Der zweite Teil der Ausstellung gilt dem heutigen Südthüringen als einer Hochburg der damaligen Hexenverfolgung, sagte eine Sprecherin des Museums.

Auch die Reformatoren glaubten an Hexen

Martin Luther sei mit seinen zustimmenden Äußerungen zur Hexenverfolgung "ein Kind seiner Zeit" gewesen, hieß es. Auch andere gelehrte Zeitgenossen wie Philipp Melanchthon oder Paracelsus hätten an die Existenz von Hexen geglaubt. Luther sei jedoch weder Schuld an der Hexenverfolgung gewesen, "noch hat er sie befördert". Die Ausstellung versuche eine Antwort auf die Frage, wie es im 16. Jahrhundert zu dem Wahn kommen konnte, der Tausende Menschen das Leben kostete.

Die Hexenverfolgung in der Region werde anhand eines konkreten Beispiels dargestellt. Für die Stadt Kaltennordheim seien rund 70 Fälle nachweisbar, für Suhl etwa 80, für Schleusingen 100 und für Meiningen sogar 250 Fälle. Dagegen habe das Thema in der Herrschaft Schmalkalden "so gut wie keine Rolle" gespielt. Die Ausstellung wird bis Anfang 2013 gezeigt und gilt als Schwerpunkt des Thüringer Museumsverbandes innerhalb der Lutherdekade zum Reformationsjubiläum 2017.