Frauen

Frauen bewegen die Kirche - seit Luthers Zeiten

Frau an der (Kirchturm-)SpitzeFoto: photocase/topenga138Frau an der (Kirchturm-)Spitze.Von den reformatorischen Ideen ließen sich Frauen schon sehr früh begeistern. Das Priestertum aller Getauften, wie es Martin Luther verstand, war für sie Basis und Berechtigung, sich aktiv einzubringen in die Bewegung. Wenn 2017 das Reformationsjubiläum gefeiert wird, dann geht es auch um 500 Jahre bewegende Ideen von Protestantinnen.

So gab es kluge und mutige Frauen wie Argula von Grumbach oder die Herzogin Elisabeth von Braunschweig-Lüneburg, die sich für die Luther-Anhänger und ihre Kritik an der Papstkirche stark machten. Und auch heute prägen und gestalten Frauen die Kirche - nicht nur, aber auch in den Ämtern der Kirche, als Pfarrerinnen oder Bischöfinnen.

Und die emanzipatorische Kraft reformatorischer Ideen ist noch nicht erschöpft. Zur Lutherdekade haben Frauen das Gespräch eröffnet über die Zukunft von Kirche und Religion. Ausgehend von Frauenmahlen an unterschiedlichen Orten der Rebublik wollen sie einen einen breiten, demokratischen Meinungsbildungsprozess anregen - unter Frauen und darüber hinaus.

    Marburger Frauenmahl: Tischreden zu Kohl und Rosen

    Das angeregte Tischgespräch im Hause Luther stand Pate für das Marburger Frauenmahl, zu dem am 30. Oktober, am Vorabend des Reformationstages, 150 Frauen aus christlichen Kirchen und anderen Religionsgemeinschaften zusammenkamen.

    Argula von Grumbach: "Ich habe euch kein Frauengeschwätz geschrieben"

    Eine einzelne Frau fordert mit einem Brief die gesamte Gelehrtenschar der Universität Ingolstadt heraus: Diese möge doch mit ihr, Argula von Grumbach, öffentlich die Auslegung der Heiligen Schrift disputieren. Die Adlige tritt als erste Frau öffentlich für die Reformation ein - und riskiert dabei viel.

    Der weite Weg ins Pfarramt - Frauen zur Reformationszeit

    War die Reformation für Frauen ein Gewinn? Feministinnen legen den Finger auf neue Abhängigkeiten, die damals aufkamen. Die Kirchenhistorikerin Ute Gause bleibt dabei: Die Reformation war auch für Frauen eine Bildungsbewegung - und sie hat genuin weibliche Lebensbereiche aufgewertet.

    "In Bewegung bleiben" - Chancengerechtigkeit von Männern und Frauen zur Lutherdekade

    Es steckt weiterhin emanzipatorische Kraft in den reformatorischen Ideen, auch für das Verhältnis der Geschlechter. Die Frauenreferate der Gliedkirchen haben mit der EKD ein Leporello herausgebracht, das die Themenjahre der Lutherdekade aus dem Blickwinkel der Chancengerechtigkeit beleuchtet.

    Frauen der Reformationszeit

    Sonja Domröse, Pastorin und Kommunikationsmanagerin, hat sich in ihrem Buch acht ganz unterschiedlich verlaufende Biographien bürgerlicher und adeliger Frauen vorgenommen.

    Mutig und glaubensstark

    Luther, Melanchthon, Calvin, Zwingli – die großen Männer der Reformation sind allseits bekannt. Weniger weiß man von den Frauen, die an ihrer Seite ebenfalls reformatorisch wirkten. Lisbeth Haase portraitiert Glaubenskämpferinnen der Reformationszeit

    Elisabeth von Braunschweig-Lüneburg

    Elisabeth wird 1510 als Tochter des Kurfürsten Joachim I. von Brandenburg-Hohenzollern und der dänischen Königstochter Elisabeth auf der Spree-Insel Cölln geboren. Sie gilt als tiefgläubige "Reformationsfürstin", die die Reformation als fortschrittliche Regentin und Verfasserin zahlreicher Schriften im heutigen Südniedersachsen durchsetzte.