Lutherdekade unter neuem Motto: "Am Anfang war das Wort“

Dachmarkenkampagne Luther 2017 in Berlin vorgestellt

Kulturstaatsminister Bernd Neumann, EKD-Ratsvorsitzender Nikolaus Schneider, SacFoto: LutherdekadeKulturstaatsminister Bernd Neumann, EKD-Ratsvorsitzender Nikolaus Schneider, Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh.Die Projekte zum Reformationsjubiläum stehen künftig unter dem Motto "Am Anfang war das Wort". Kulturstaatsminister Bernd Neumann, der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Nikolaus Schneider, und der Kultusminister des Landes Sachsen-Anhalt, Stephan Dorgerloh, stellten die neue Dachmarkenkampagne der Lutherdekade am 27. Oktober in der Kulturkirche St. Johannes Evangelist in Berlin vor.

"Der Anfang, in dem Neues wachsen kann"

Der erste Satz aus dem Johannesevangelium zeige die Bedeutung des Wortes für die Entstehungsgeschichte der evangelischen Kirche, sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider. Die Menschen bräuchten "das Wort, das ihr Leben erleuchtet, und sie brauchen den Anfang, in dem Neues wachsen kann".

Die von Bund, EKD, Landeskirchen und Ländern getragene Kampagne soll die große Bedeutung des Thesenanschlags Martin Luthers 1517 und der Reformation national wie international ins Licht der Öffentlichkeit rücken. Die Träger und Akteure - allen voran die mitteldeutschen Bundesländer mit den historischen Wirkungsstätten Martin Luthers - stimmen seit 2008 auf das Reformationsjubiläum im Jahr 2017 ein. Dann jährt sich der Thesenanschlag Luthers an die Wittenberger Schlosskirche zum 500. Mal. Das Ereignis gilt als Beginn der Kirchenreformation.

Der Bund unterstützt Sanierung authentischer Reformationsstätten

Die Bundesregierung beteiligt sich mit 35 Millionen Euro an den Projekten zur Lutherdekade. Darüber hinaus soll die Sanierung authentischer Reformationsstätten unterstützt werden. Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) würdigte die Reformation als Ereignis, das das Verständnis von Menschenrechten und Demokratie in Deutschland wesentlich geprägt habe. Mit der Lutherdekade eröffne sich auch die Chance zur Weiterentwicklung der Demokratie, sagte Neumann.

Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) bezeichnete den Thesenanschlag Luthers als "das historische Bild für die Zivilgesellschaft in Deutschland". Die Bezeichnung des Reformators als "Wutbürger" werde zwar der historischen Dimension nicht gerecht. Und doch habe dieser Bettelmönch sein Wort gegen die kirchliche Obrigkeit gestellt und damit eine Revolution ausgelöst.

„Das Leitwort ,Am Anfang war das Wort‘ bezeichnet die große Liebeserklärung der Bibel an die geschaffene Welt“, führte Schneider aus. Er sei „froh und dankbar“, dass sich alle Partner auf das Reformationsjubiläum und auf diesen Leitgedanken eingelassen haben. Mit der vorgestellten Dachmarke "Am Anfang war das Wort" soll nach Schneiders Worten ein gemeinsames Band zwischen den vielen Veranstaltungen zur Lutherdekade erzeugt werden.

500 Bücher zum Thema Reformation bundesweit im Austausch

Als verbindendes Symbol der Kampagne wurden zudem die 18 Buchstaben des Mottos "Am Anfang war das Wort" als Bücherregale präsentiert. Nach der Veranstaltung werden die mit 500 Büchern bestückten Regale bundesweit an Partner unterschiedlicher Standorte verschickt, wo sie als Buchtauschzonen der Lutherdekade genutzt werden. Sie enthalten Bücher zum Thema Reformation, die an öffentlichen Plätzen zugänglich sind, gelesen, getauscht und wieder an anderer Stelle abgelegt werden können. Der Verbleib der Bücher kann im Internet unter www.bookcrossing.com verfolgt werden. Die Buchtauschaktion soll, wie vor 500 Jahren, die Botschaft der Reformation in die Welt hinaus senden und Menschen miteinander verbinden.